und ich weiß es. Ja, er steht in meinem Fokus und doch habe ich eines vergessen: mich
Und das mache ich ihm zum Vorwurf, obwohl ich mehr gab, als er wollte. Und er hatte keine Chance dagegen einzuschreiten. Wie auch? Ich stell(t)e alles hintenan. Es fiel mir nicht auf, erst nach unserem Umzug. Erst, als wir in getrennten Zimmern saßen merkte ich, dass niemand mehr da ist. Ich merkte es nicht sofort, erst nach und nach.
Selbst jetzt… ich wollte gestern schon ins Badische fahren, habe aber entschieden, die Zeit mit ihm am Küchentisch zu geniessen und erst heute zu fahren.
Und jetzt? Seit zwei Stunden bin ich auf den Beinen, Koffer ist bereits seit gestern früh gepackt und doch würde ich lieber meiner Schwester anrufen und absagen und einfach nur im Zimmer nebenan sitzen bleiben, sprungbereit ihm jeden Wunsch abzulesen… auch wenn er mittlerweile ein bisschen dagegenhält.
Als er vor ein paar Tage in die Badewanne ging, sass ich im Lebezimmer. Es war ein komisches Gefühl. Es war erst das 2. Mal in all der langen Zeit, wo ich nicht an der Seite sass… Auch das abendliche Gute-Nacht-Sagen hat sich verändert. Kein Gute-Nacht-Wuschler mehr… wie vermisse ich es.
Immer wieder sitze ich da oder liege im Bett und ich denke, es nicht weiter aushalten zu können. Doch was bleibt anderes? Einen erneuten Anlauf nehmen? Der wievielte? Ich weiss, dass in ein paar Monaten die gleiche Situation wieder bestünde… und ja, es liegt auch an meinem Verhalten… ja, ich weiss, dass ich ihn mit meinen Erwartungen erdrücke.
Wie begann alles? Wir lernten uns kennen und ich wußte, dass ich nicht die Nummer 1 bin. Es war für mich okay, es war für mich wichtig seine Nähe wissen zu können. Er kam immer öfter, er blieb immer länger. Ich erinnere mich an unseren Besuch im italienischen Restaurant. Wie ich plapperte, wie ich mit ihm lachte und wie er sagte: Beug dich mal bitte über den Tisch… um mir einen Kuss zu verpassen. Er küsst nicht bzw. seine Küsse - die vom freundschaftlichen abweichen - sind sehr sehr selten.
Er sprach von Liebe, dass er mich liebt. Ich bekam mehr, als ich erwartete.
Dann kam die Trennungszeit von der anderen Frau. Die Trennung war sehr emotional und dauerte Monate. Immer wieder nahm sie Platz in unserem Leben. Irgendwann konnte ich den Namen dieser Frau nicht mehr hören…. zu komplex alles um es von außen verstehen zu können.
Und jetzt erwarte ich mehr, als er bereit ist zu geben. Weil ich erwarte…
Und ich vermisse ihn, seine Wuschler, das unbeschwerte Umgehen miteinander… weil das Wissen da ist, dass er zu gehen hat. Und ich habe Angst um ihn. Nein, ich habe Angst, dass ich irgendwann von ihm nichts mehr hören werde. Dass er weg ist aus meinem Leben. Doch das wollte ich ja auch. Nein, ich habe keinen Grund zu jammern, ich werde nicht in eine ungewisse Zukunft geschickt.
Ja, ich liebe ihn.