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Hamsterrad

Ich komme nicht einmal dazu, Päckchen bei der Post abzuholen :(
Brigitte und ich sind in der Vertretungsphase von einer Kollegin. Unsere Zahlen hören sich ja gut an, aber mehr auch nicht. Unser Glück ist, dass zwei Berater in Urlaub sind bzw. waren, d.h. wir müssen derzeit nur auf Reklamationen reagieren.

Die Wiedervorlagemappe der Kollegen hatte vor paar Tagen noch eine Höhe von 40 cm, 40 cm! Wir versuchen in ihr chaotisches System (?) eine Logik reinzukriegen. Fraglich ist, ob sie diese Logik fortführen wird. Muß sie aber, denn im September ist Brigitte im Urlaub und ich schaffe nicht alles. Geht nicht, ist unmöglich.

Weiterhin höre ich fast täglich den Spruch: “Bauen Sie Überstunden ab”, doch gleichzeitig wird bei mir hinterlegt, dass sie im Team keine Kapazitäten frei hat. Okay,akzeptiere ich, doch dann soll sie nicht hohle Phrasen schwingen. Wie soll ich Überstunden abbauen, wenn ich zugleich in der Vertretungsphase bin? Stichwort: kunden- und risikorelevante Aufträge… Die Verantwortung dafür will sie nicht übernehmen. Okay, das nächste Mal werde ich kontern.

Bewußt wird mir immer mehr, dass ich meine Überstunden niemals im Leben freinehmen kann. Es wären bereits mehr als 6 Wochen… Doch wieder die Hand aufhalten? Ich weiss nicht, ob ich es dieses Mal im Kopf hinkriege…

Schwestern

Irgendwann, kleine Schwester, sitzt auch du auf der Schaukel
irgendwann, kannst du auch im Planschbecken sitzen
irgendwann, teile ich mit dir vielleicht auch meine Pommes

… aber das dauert noch eine Weile, hi,hi

Der Henker

oder “The Shadow of the Sword”… eigentlich als Schlecht-Wetter-Film gedacht, schaute ich mir diesen Film heute am späten Nachmittag an.

Er ist sehenswert, er ist empfehlenswert, für mich fernab von allem Hollywood-Schnickschnack und am Schluss schniefte ich auch.

Mittelalter, Männerfreundschaft, Liebe, Kirche, Religion, Inquisition. Eigentlich wäre der Film bereits erzählt, wenn nicht doch etwas besonderes noch dran wäre. Nämlich der Fast-Verzicht auf Pauken-und-Trompeten-Szenen. In den kleinen Szenen liegen die Details.

Diesen Film werde ich mir sicherlich nochmals irgendwann ansehen.

Ach so, die bei Youtube verwendetete Musik von Leonard Cohen passt zwar wunderbar, hängt aber mit dem Film nicht zusammen.

immer wieder mein Lieblingsmodell

The Mousekiller

oder Muckel oder neuerdings nenne ich ihn nur noch den Nervkater ;-)

Katzenviech

Ich liebe ja das weiße Katzenviech, das eigentlich auf den Namen Muckel hört (keine Ähnlichkeiten mit Harry Potter, der Name wurde dem Baby damals unabhängig davon gegeben).

Man merkt, dass Sir älter wird, denn er wird kuschelig anhänglich. Aber dennoch gibt es Momente, in denen er mich ein kleines bißchen nervt. Zum Beispiel in der Nacht.

Anstatt über die Terrassentür in die Wohnung zu kommen, entschloss er sich in den letzten Tagen durch das offene Fenster meines Zimmers reinzuspringen…nur mit dem Nachteil, dass die Zimmertür verschlossen ist. Nachteil? Wozu gibt es das Menschenweib, dass da friedlich im Bett schläft. Kurz ein Katzengejammer gestartet, und brav wälzt sich das Menschenweib aus dem Bett um die Türe zu öffnen. Das Menschenweib bin übrigens ich. Natürlich lasse ich die Zimmertüre dann einen Spalt offen. Rein vorsorglich, um dieses Spielchen nicht stündlich spielen zu müssen. Nur Pech, wenn dann mein Schwager, der momentan morgens um 4 Uhr aufstehen muss, aus reiner Fürsorge die Türe wieder schliesst. Pech für mich, wenn der Kater irgendwann wieder durch das Fenster die Wohnung betritt. Miau, miau, miau, miau… Muckel, du nervst!

So, heute früh wieder, nachdem ich in der Nacht die Türe einen Spalt offenliess, sie wieder von meinem Schwager geschlossen wurde…. wachte ich gegen 7.30 Uhr vom Katzengejammer auf. Im Halbschlaf stand ich auf, öffnete die Zimmertüre…doch,der Kater spurtete nicht raus. Nein! Er machte es sich in der Zwischenzeit bequem in meinem (!!!!) Bett und so breit und lang machte er es sich, dass ich es nicht übers Herz brachte, ihn zur Seite zu schieben. Seitdem liegt er in meinem Bett, räkelt sich zwischendurch und pennt! Er muss ja fit sein für die nächste Nacht.

Muckel, du bist wahrlich eine Nervensäge.

hmmm

ich sitze im Gästezimmer bei meiner Schwester, eigentlich hundemüde. Den heutigen Tag habe ich fast ausschliesslich auf einem wandernden Liegestuhl verbracht… immer dem Schatten nach. Endlich hatte  ich ein Plätzchen gefunden, dass sicher vor der prallen Sonne war. Tja, und da bin ich dann eingeschlafen.

Nächste Woche muss ich unbedingt zum Augenarzt. Die Augen werden immer trockener, trotz meiner neuen Brille, trotz dass ich seit Tagen keine Kontaktlinsen mehr trage. Ich schmiere Bepanthen regelmässig rein, aber ich merke keine Linderung. Ich bilde mir ein ab und zu meine Augen vor Trockenheit knirschen zu hören.

Morgen nachmittag habe ich “frei”, meine Schwester muss arbeiten. Ich werde das Auto sowie die Kamera schnappen und ins Grüne fahren. Nur in welche Richtung? Kandertal, Freiburg? Ich werde die Entscheidung wohl vom Auto treffen lassen.

Ja, und ich denke immer wieder an ihn. Wie es ihm wohl gehen wird. Ich muss mich beherrschen, nicht täglich anzurufen… nur um seine Stimme zu hören. Irgendwann werden mir eh nur noch die von ihm vertonten Gedichte bleiben.

Ich gehe jetzt schlafen, vielleich verirrt sich heute nacht der Kater wieder in mein Bett, seufz. Miau

er hat recht

und ich weiß es. Ja, er steht in meinem Fokus und doch habe ich eines vergessen: mich

Und das mache ich ihm zum Vorwurf, obwohl ich mehr gab, als er wollte. Und er hatte keine Chance dagegen einzuschreiten. Wie auch? Ich stell(t)e alles hintenan. Es fiel mir nicht auf, erst nach unserem Umzug. Erst, als wir in getrennten Zimmern saßen merkte ich, dass niemand mehr da ist. Ich merkte es nicht sofort, erst nach und nach.

Selbst jetzt… ich wollte gestern schon ins Badische fahren, habe aber entschieden, die Zeit mit ihm am Küchentisch zu geniessen und erst heute zu fahren.

Und jetzt? Seit zwei Stunden bin ich auf den Beinen, Koffer ist bereits seit gestern früh gepackt und doch würde ich lieber meiner Schwester anrufen und absagen und einfach nur im Zimmer nebenan sitzen bleiben, sprungbereit ihm jeden Wunsch abzulesen… auch wenn er mittlerweile ein bisschen dagegenhält.
Als er vor ein paar Tage in die Badewanne ging, sass ich im Lebezimmer. Es war ein komisches Gefühl. Es war erst das 2. Mal in all der langen Zeit, wo ich nicht an der Seite sass… Auch das abendliche Gute-Nacht-Sagen hat sich verändert. Kein Gute-Nacht-Wuschler mehr… wie vermisse ich es.

Immer wieder sitze ich da oder liege im Bett und ich denke, es nicht weiter aushalten zu können. Doch was bleibt anderes? Einen erneuten Anlauf nehmen? Der wievielte? Ich weiss, dass in ein paar Monaten die gleiche Situation wieder bestünde… und ja, es liegt auch an meinem Verhalten… ja, ich weiss, dass ich ihn mit meinen Erwartungen erdrücke.

Wie begann alles? Wir lernten uns kennen und ich wußte, dass ich nicht die Nummer 1 bin. Es war für mich okay, es war für mich wichtig seine Nähe wissen zu können. Er kam immer öfter, er blieb immer länger. Ich erinnere mich an unseren Besuch im italienischen Restaurant. Wie ich plapperte, wie ich mit ihm lachte und wie er sagte: Beug dich mal bitte über den Tisch… um mir einen Kuss zu verpassen. Er küsst nicht bzw. seine Küsse - die vom freundschaftlichen abweichen - sind sehr sehr selten.

Er sprach von Liebe, dass er mich liebt. Ich bekam mehr, als ich erwartete.

Dann kam die Trennungszeit von der anderen Frau. Die Trennung war sehr emotional und dauerte Monate. Immer wieder nahm sie Platz in unserem Leben. Irgendwann konnte ich den Namen dieser Frau nicht mehr hören…. zu komplex alles um es von außen verstehen zu können.

Und jetzt erwarte ich mehr, als er bereit ist zu geben. Weil ich erwarte…

Und ich vermisse ihn, seine Wuschler, das unbeschwerte Umgehen miteinander… weil das Wissen da ist, dass er zu gehen hat. Und ich habe Angst um ihn. Nein, ich habe Angst, dass ich irgendwann von ihm nichts mehr hören werde. Dass er weg ist aus meinem Leben. Doch das wollte ich ja auch. Nein, ich habe keinen Grund zu jammern, ich werde nicht in eine ungewisse Zukunft geschickt.

Ja, ich liebe ihn.

Fußball-EM

Ich gebe zu, ich habe erst den Schluss des Spieles gesehen und ich gebe zu, ich bin kein überwältigender Fußballfan. Zur WM 2006 meinte mein Kerl, ich sei (und darüber war er froh) ein leiser Fan. Ich gucke, kann mich mitfreuen, aber ich breche nicht in Toooooorschreie aus.

Heute, als es 2:2 stand, dachte ich mir, wie schön wäre es für die Türken Europameister zu sein und ich begann für die türkische Mannschaft die Daumen zu drücken. Zum einen auch, weil mir die türkischen Fans wesentlich sympathischer sind… es sind wesentlich weniger stockbesoffen.

Aber es sollte nicht sein, schade… wie gerne hätte ich es erlebt, türkische Autokorsos durch die Stadt fahren zu sehen.

Irgendwie schade… finde ich.

:-(

eigentlich sollte ich mich jetzt gut fühlen, tue ich aber nicht.

Ich bat meinen Kerl zu gehen, sich ein anderes Zuhause zu suchen. Ich weiss, dass das nicht innerhalb von kurzer Zeit geschehen kann - die Gründe dafür sind egal, das war mir bereits vorher bewußt.

Und natürlich kam es zu einem langen Gespräch. Und in vielen Punkten hat er recht. Doch verdammt, ich weiß nicht, was ich tun soll, ich weiß nicht, wie ich etwas verändern kann. Und ich bin die Kämpfe in mir, die Kämpfe mit mir so über. Ich weiss, die kommende Zeit wird verdammt schwer und manches Mal werde ich - wie heute - vorm umkippen stehe. Und ich weiss, selbst wenn ich umkippen sollte, dass er gehen wird. Und ich hoffe und bete, dass er schnell einen Weg finden wird um gehen zu können.

Verdammt! und doch bin ich froh, dass es jetzt geschehen ist.

Am liebsten würde ich jetzt zu ihm kriechen, ihn um Verzeihung bitten… vielleicht wird er dann meine Haare wuscheln und wir werden reden. Und doch würde es sich in ein paar Monaten wiederholen.

Ja, ich liebe ihn unverändert. Und doch wird es ohne ihn mir besser gehen… hoffe ich.

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